Der bedächtige Herr Haeusler zum Urheberrecht in der Spex

Über Spreeblick-Johnny Haeusler mag man seine Meinung haben… Meine ist, dass ich seine klugen Ergüsse zu Anfangszeiten meiner persönlichen Zwonullerei sehr gerne gelesen habe, weil er kluge Texte zur Zwonullerei schrieb, die gerne mal ein, zwei Schritte vorneweg waren. Heute finde ich, dass Herr Haeusler sich, langsam, aber stetig zum Roger Willemsen der deutschsprachigen Netzwelt mausert. Zum üblichen Bedächtigen. Ein Typ halt, der sich, wie die Stilikone der Menschlein ohne Spiegel, Sascha Lobo, gerne mal als Fachmann für Netzkultur/politik vor Mikrofone, Kameras und Tastaturen zerren lässt.

Mit über zwanzig Jahren Erfahrung im Internet lässt mich das meistens gähnen. Doch nun hat der bedächtige Herr Haeusler einen klugen Text über das Urheberrecht und das allgemeine Gezeter um selbiges, für die alte Tante Spex verfasst, in welchem er ehemalige Punkrocker, die fragwürdige “offene Briefe” unterschreiben, daran erinnert, dass auch sie damals blindgekifft und hackenstramm Regeln und Verboten den Mittelfinger beziehungsweise den pickligen, blanken Arsch gezeigt haben.

Ich zitiere aus dem Spex-Text:

Stattdessen lassen sich Tausende von Urhebern, denen kein halbwegs klar denkender Mensch ihre Rechte oder Einkommensmöglichkeiten absprechen will, gegen ihr Publikum aufhetzen, lassen sich von der Verwertungsindustrie Gefahren einreden, die keine sind, und vor den Karren einer Anwaltsmaschinerie spannen, die konstant die Unmöglichkeit der Rechtsdurchsetzung im Internet behauptet und dabei mit Hilfe technischer und juristischer Möglichkeiten jedes Jahr hunderttausende von Abmahnungen an Privatpersonen verschickt. [...] Man kann nur hoffen, dass Urheber weiterhin 90% ihrer Einnahmen an Verwerter und Anwälte abgeben, damit sie sich allein auf ihre Kunst konzentrieren können und nicht auf die Idee kommen, noch mehr offene Briefe zu schreiben. ansonsten müssten wir nämlich weiterhin dabei zusehen, wie ehemalige Punkrocker mit erhobenem Zeigefinger vor jungen Menschen stehen und etwas von Recht und Ordnung faseln, als hätten sie sich in ihrer Blütezeit erst einmal eine Arbeitsgenehmigung für ihre Gigs geholt und nicht gesoffen und gekifft, weil es in ihrem damaligen Alter schließlich verboten war.

via: Netzpolitik
Herrn Haeuslers ganzer Artikel in der Spex
Spreeblick
Herr Lobo geht Pro & Contra und verwendet einen hübschen Neologismus: behauptungsintensiv.
Ein Neologismus, der nur durch einen meines alten Freundes Meyer (Name nicht geändert!), auf meine Bitte. mir doch einmal Obertongesang zu demonstrieren, getoppt wird : verhaltensoriginell.

Einwurf des seligen Hans Rosenthal: “Wir hatten zwei Mal das Wort “Neologismus”. Einen müssen wir abziehen, bleibt einer. Marianne, was macht das in Schilling?”

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