Dann eben von vorn: TAFTA wird zu ACTA 2.0

Ich habe jetzt absolut nicht den Nerv, mich über diese bornierten Vögel und die, sie offenkundig fernsteuernden, Lobbyisten hier wortreich zu echauffieren. Bitte euch aber, kleinefeine Leserschaft, den im Folgenden verlinkten Artikel zu lesen und bei Gelegenheit zu handeln und Petitionen zu unterschreiben.

Verhandlungsmandat geleakt – TAFTA ist auf bestem Weg ACTA 2.0 zu werden

(via Netzpolitik)

Wenn jemand seinen eigenen Facebook-Staus liked…

aehWas

Auf ein Wort, Grüne…

gruene_nein_dankeIch frage mal mit allem nötigen Respekt: Sagt mal, habt ihr Arschhaare geraucht??? Anders kann ich mir nicht erklären, wie eure Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckart auf das schmale Brett kommt, Minijobs besteuern zu wollen. Und das ab hundert €uro!
Habt ihr es also tatsächlich geschafft, jegliche Moral grün anzupinseln und in die nächstbeste Biotonne zu treten! Ihr seid mittlerweile nichts weiter, als der neoliberale Sauhaufen FDP, nur mit grünem Anstrich. Da hockt ihr nun bräsig in euren Genossenschaftsaltbauwohnungen, seid gut im Biofutter und mit eurem, von Windkraftanlagen schlagbeschatteten Weltbild dermaßen selbstzufrieden, dass einem normal denkenden Menschen schlecht, sowie Angst und Bange wird.

Fröhlich melkt ihr, wie euer großes Wirtschaftsvorbild, die FDP, diejenigen ab, die keinerlei Lobby haben und, Dank eurer Regierungsbeteiligung, mittlerweile auch einfach zu dumm gehalten wurden, sich wirksam zu wehren.

Ich erinnere mich noch recht deutlich, wie ihr dereinst, als rebellische Partei mit Idealen und Ideen angetreten seid, in Lumpen gewandet, urplötzlich im Bundestag saßt und, weitere Lumpen strickend, den etablierten Nachkriegswurstköppen auf den Bänken mal kräftig den Finger gezeigt habt! Erinnert ihr euch noch, wie es war, als Joschka Fischer Richard Stücklen mit folgenden Worten die Wahrheit an den Kopf warf: “Mit Verlaub, Herr Präsident, sie sind ein Arschloch!”?

Tja, Grüne… sieht ganz so aus, als wäret ihr heute die Arschlöcher! Wie lebt es sich eigentlich damit?

(via ]v[ax, der auch das großartige “Grüne-nein-danke-Ding gebastelt hat)

Die Mauer bröckelt

Ein Investor schafft Fakten. Heute Morgen um 5:30 Uhr entstand, mittels schwerer Baumaschinen, eine weitere Lücke in der Eastside Gallery. Dem letzten Stück jener Mauer, die dereinst Ost und West recht deutlich in Ost und West gliederte.

Wurde gestern noch, seitens unseres idiotischen Senats und irgendeiner BVV, von so genannten”Kompromissen” und sogar einem “Ersatzgrundstück” für den Investor gefaselt, so rückte heute Morgen schweres Gerät nebst zweieinhalb Hundertschaften der hiesigen Polizei dort an, wo letzten Sommer noch der Oststrand war. 5:30 Uhr! Da ist nicht leicht demonstrieren! Da liegt der durchschnittliche Mediaspreeversenker noch in den Federn oder taumelt auf irgend einer Tanzfläche umher. So sahen sich denn heute, morgens, 5:30 in Berlin, die 250 Uniformierten gerade mal zwei Mahnwachen gegenüber. Auch bei bestem Willen liess sich kein Grund finden, diese “Chaoten” und “Randalierer” mal “ordentlich zusammenzuknüppeln”.

So standen sie denn alle da und froren sich einen zurecht, während Baumaschinen, und hier müssen wir mal ehrlich sein, vier Elemente der ESG beiseite stellten. Der Investor, Maik Uwe Hinkel, versprach, laut Tagesspiegel, die Dinger irgendwann wieder hinzustellen.

Das wage ich jedoch zu bezweifeln. Die Vier Mauerelemente wurden herausgenommen, um eine Baustellenzufahrt zu schaffen. Gut. Das kann ich einsehen, auch wenn’s mir hinten und vorne nicht passt! Aber was kann schon ein Investor dafür, wenn unsere so genannten Volksvertreter diese Stadt nach und nach verramschen. “Arm aber sexy” sagte unser Obergrüßaugust einmal. Von Sexyness bleibt jedoch bald keine Spur mehr. Die Armut im Geiste nimmt dafür zu. Das kann man ganz wunderbar sehen, wenn man in dem oben verlinkten Artikel mal “dem Volk auf’s Maul schaut” und die Kommentare liest.

Nun war auch ich spontan heute Morgen zur Demonstration ausgerückt, um dort als Vertreter der Partei Die PARTEI, sowie als Mensch, der in Berlin einsitzt, meinem Missmut über den Fortschritt des Endes unserer Mauer etwas Luft zu verschaffen. Ich meine, das Ding steht da. Das Ding ist ein Symbol für unsere Geschichte! Als ich heute Morgen an der ESG entlang schlenderte, begegneten mir:

250 Polizisten
50 Demonstranten
50 Presse-Eumel
und mindestens 500 Touristen!!

Scheint so, liebe Senatskapitalisten, dass ihr da mal wieder ein symbolträchtiges Stück unserer Geschichte dem Interesse des nächstbesten Baulöwen in den Rachen werft. Ein Stück unserer Geschichte, das offenkundig ein enormer Touristenmagnet ist. Will sagen, die Touristen rücken hier aus aller Herren Länder an, um sich gegenseitig vor der Mauer zu fotografieren. Dabei lassen die auch noch Geld hier! Und ich zweifle daran, dass die sich vor einem Hochhaus mit Luxuswohnungen oder der absurd hässlichen Mehrzweckhalle schräg gegenüber fotografieren lassen. Denkt ihr eigentlich, ausser über eure Bezüge, auch mal einen Moment lang nach, da im Roten Rathaus??? Mir scheint, sobald hier jemand in Arm-Aber-Sexy mit Geld wedelt, rutscht euch die verbliebene Hirngrütze umgehend in die Hose und ihr wedelt geschlossen mit den Schwänzen und sabbert. Da ist es sogar mittlerweile völlig Wurscht, wes Parteigeistes Kind ihr seid. Und wer bezahlt eigentlich den idiotisch-massiven Polizeieinsatz??? Da langweilten sich heute 250 (zweihundertfünfzig!!!) Uniformierte in ihren Wannen, liessen allesamt die Motoren laufen und kosteten eine Stange Geld.  Jede Menge Geld um fünfzig unausgeschlafene Demonstranten in Schach zu halten, die friedlicher waren als jeder Streichelzoo, gähnend und frierend dort herumlungerten und, wie ich, auch nicht so recht wussten, wie sie jetzt demonstrieren sollten.

Nun sagte Investor Hinkel, dass die Mauerelemente später wieder an Ort und Stelle gestellt werden sollen. Aha! Und die Bewohner des Luxuswohnungshochhauses benutzen dann Leitern, oder was? Kann ich kaum glauben. Vermutlich wollen die viel eher auch noch einen eigenen Bootsanleger und ein Nachtfahrverbot für Touristen-, Fracht- und Privatkähne. Haben sie das erst bekommen, stellen sie eine zusammengesparte Kulturlosigkeit fest und wünschen sich ein Pendant zur hamburger Elbphilharmonie, eine Spreephilharmonie, quasi oder ähnlichen kostenintensiven Mist.

Wo, lieber Grüßaugust Wowereit, bleibt denn dann die von ihnen so hoch gepriesene Sexyness dieser Stadt? Sie glauben doch wohl nicht ernsthaft, dass die mit den Silberlöffeln in ihren Hintern hier Sexyness verbreiten? Nö! Die wollen für ihre Kohle, die sie hier in ihre Wohnungen und sonstwas investieren Gegenleistungen. Bootsanleger und Spreephilharmonie sind da nur vorsichtige Schätzungen meinerseits.

Schön ist ja auch, dass weder Senat noch BVV was von den frühmorgendlichen Mauerspechten der größeren Art gewusst haben wollen. Nun fragt sich ein jeder, der weiter als bis drei zählen kann (das sind gar nicht mal sooo viele), wer denn bitte die zweihundertfünfzig Beamten zu Unzeiten an die Mauer gejagt hat. Hat etwa Investor Hinkel bei der zuständigen Polizeidienststelle angerufen und gesagt “Hör’n se mal… ich fang da morgen mal mit dem Abbau dieses hässlichen Denkmals an. Habe gehört, dass ein paar von diesen Politrüpeln was dagegen haben könnten. Könn’ ‘se mir mal, so rein präventiv, zweihundertfuffzich von ihrer Truppe schicken?!? Geht um 5:30 Uhr los. Kaffee bitte selber mitbringen!”

Ich frage mich nun ernsthaft, wie lange uns wir hier noch verscheissern lassen und wann endlich mal eine Horde so genannter Wutbürger, mit Knüppeln und Fackeln bewaffnet, das vermaledeite Pack aus den berliner Rathäusern jagt.

P.S.: Was machen eigentlich die Mediaspreeversenker von der ehemaligen Bar 25, die ihr “Spreeufer für alle!” hinter der “härtesten Tür der Stadt” verschanzt hatten? Ach, ja… die bauen da jetzt selber irgendwas mit Medien.

Tinitus & Morgenlatte sind kein österreichisches Ambient-Duo

Von einer Morgenerektion, fast so hart wie das Leben, werde ich an einem grauen, kalten Frühlingsmorgen geweckt. Nach einem kurzen Blick auf die innere Uhr stelle ich schlaftrunken fest “zu früh geweckt, du blöder Pimmel!” und drehe mich auf die andere, die linke Körperseite zwecks Schlaffortsetzung. Zu der eingangs erwähnten Schwellung, schwillt nun auch noch ein Tinitus im rechten Ohr an. Mit dem noch in ihm befindlichen Blut, gibt das Gehirn der rechten Hand den Befehl “Radio einschalten!”, vermutlich um das lästige Geräusch zu übertönen. Diese wagt sich aus der angenehmen Wärme der Bettdecke, findet die passende Fernbedienung, der Daumen den richtigen Knopf und eine ekelhaft gut gelaunte Morgenmoderationsschranze plärrt irgendwas von “der schöne Morgen” in mein pfeifendes Ohr. Währenddessen versucht sich das nichtpfeifende Ohr so tief ins Kissen zu graben, wie es einem Ohr gerade möglich ist. Mit erstaunlicher Effektivität weist die Morgenmoderationsschranze mit ihrer penetranten Laune Erektion sowie Tinitus in ihre Schranken, indem sie, wortreich, vor Staus und Blitzern warnt.

Deserigiert frage ich mich, warum macht sie das eigentlich? Als ich noch ein Auto hatte, hatte ich immer das Gefühl, dass die hiesigen Autofahrer diese Warnungen als Einladungen missverstehen und sich umgehend zum Stauen auf der Stadtautobahn treffen. Selten hatte ich mehr Zeit zum Frühstücken, als zu der Zeit, als ich berufsmäßig jeden Morgen in die Park Studios nach Babelsberg fuhr, um dort Jeanette Biedermann die Kulissen für eine grauenhafte Telenovela einzurichten. Zwei große Becher Kaffee, zwei Croissants, vier Zigaretten und ein ausgiebiges Gespräch mit der beifahrenden Kollegin waren immer locker drin, im morgendlichen Avusstau!

Mittlerweile von Harndrang gepeinigt, konnte ich sogar die Uhrzeit in Erfahrung bringen: 06:35 Uhr! Innerlich erteile ich den schuldigen Körperteilen einen strengen Verweis. Schliesslich muss ich heute erst ab 12:00 Uhr arbeiten. Resigniert begebe ich mich, ohne in etwas ekel- oder schmerzhaftes zu treten ins Bad. Als ältester Spross einer mutterseelenalleinerziehenden Mutter setze ich mich vorbildlich auf die lindwurmgrüne Toilettenschüssel und glotze, geblendet von einer 70-Watt-Lampe, blöde auf die Badezimmertür. Während ich mir anschliessend die Zähne putze, fällt mein Blick in den Spiegel und ich frage mich, was mein Frisör wohl gerade macht. ich frage mich, wieso ich mich das frage und erhalte nach einem zweiten Blick in den Spiegel die Antwort. Ich könnte ihn anrufen. Werwerfe diese Idee doch rasch wieder, treibe ich ihn doch schon regelmäßig mit meinen Frisurwünschen á la “einmal Paul Weller, bitte!” an die Grenzen seiner Vorstellungskraft.

Nun stehe ich da in karierten Shorts und altem Punkrockshirt, mein Atem riecht nach Minze und meine Haare sehen scheisse aus. Ich stecke mir eine Zigarette an, schiesse das Radio aus, setze mich an den Rechner, schreibe mir meine heutige Auferstehung von der Seele, wünsche einen guten Morgen, allerseits und höre mich dabei an, wie Heribert Fassbender.

Neulich am He-Man-Platz, Berlin

Wenn unsere bescheuerten Oberen Geld für Bahnhöfe, Stadtschlösser und Flughäfen aus dem Fenster werfen, verlieren wir Insassen Berlins nur bedingt die Nerven. Schiesslich kommt die Kohle dafür zu einem guten Teil aus Baden-Württemberg (“Es isch zwölf Uhr am Morge und die hocke im Café!”). Gepriesen sei der Länderfinanzausgleich!

Doch manchmal wird hier auf dem direktem Wege, ohne die Südländer zu melken, entschieden und durchgezogen: ab heute heisst der Hermannplatz in Neukölln, Umschlagsort für billigen Ramsch und illegale Substanzen, He-Man-Platz! Basta!

(via Open Airs Berlin denen ihre Facebookseite)

UPDATE: Meine geschätzte DJ-Genossin Harry, a.k.a. Ms. Pacman, hat eine erste Innenaufnahme aufgetrieben:

Lieben Dank!

Neulich beim Arzt

Der gute Doktor, schon etwas älter:
“Ich lasse mir doch von einer Krankheit nicht vorschreiben, welche Diagnose ich zu stellen habe!”

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