Fahrradkörbe

Fahrradkörbe sind sowas von uncool, dass es mich graust, wenn ich jemanden mit deartigen Erweiterungen umher radeln sehe! Benutzer von Fahrradkörben verwenden im schlimmsten Fall auch noch sebstreflektierende Hosenbeinzusammenhalter, wollene Stirnbänder und tragen dazu abscheuliche Funktionsjacken in ebenso abscheulichen Farben. Derart ausstaffiert radeln sie dann über die Gehwege, nerven einen schon auf hundert Metern mit ihren LED-Blinklampen und, so sie das nicht tun, sich also von hinten nähern, klingeln sie einen auch noch kackfrech aus den Tagträumereien.

Dabei ist der Unterschied wirklich einfach: man nennt es schliesslich nicht grundlos Gehweg und Fahrbahn. Kein Schwein hat etwas dagegen, wenn der gemeine Radfahrer den Gehweg benutzt um den tieffliegenden, übermotorisierten Schwachköpfen auf der Fahrbahn zu entgehen. Jedoch ist der Radfahrer auf dem Gehweg nur Gast. Und ein Gast benimmt sich höflich und zurückhaltend. Das sähe dann in der Praxis so aus: Radfahrer auf Gehweg nähert sich mit gemäßigter Geschwindigkeit dem Fußgänger und sagt einfach etwas wie „Entschuldigung. Dürfte ich mal..?“ Derartig höflich gebetener Fußgänger wird dann gerne etwas Platz machen. Aggressives Geklingel und Gebrüll hingegen, wecken spontan den Wunsch, dem radelnden Hooligan etwas stabiles in die Speichen zu werfen.

Da höfliches Verhalten bei Teilnehmern des Berliner Verkehrs jedoch so selten ist wie Gruppensex-Parties beim Papst daheim, werden wohl weiterhin Fahrradkörbe als willkommene Alternative zum gemeinen Mülleimer genutzt, wie nachstehendes Foto aus der Friedelstraße in Neukölln eingehend beweist.

Zu diesem Artikel wurde ich durch diesen Artikel bei Spreeblick animiert.

(Oel in die Flammen direkt)

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  1. Wer will schon immer cool sein?! Außerdem kann ich beim besten Willen keinen Zusammenhang von Fahrrädern mit Fahrradkörben und aggressivem Geklingel ausmachen. Vielleicht eine berliner Eigenart…? Ich habe auch einen superpraktischen Korb (wo transportiere ich sonst ein Sixpack Wasser so easy?) und ich trage auch hin und wieder Reflektorbänder an der Hose, immerhin besser, als dass sich die Hose in der Kette verklemmt und ich dem Artikelschreiber vor die Füße plumpse mitsamt dem SixPack. Da wär erst was los… Aber ich bin ja nicht in Berlin…

  2. Da bin ich aber froh, liebes Glückstaxi, dass du nicht in Berlin bist. Ich fahre übrigens selber gerne Rad (Gazelle Hollandrad, ca 30-40 Jahre alt, keine Gangschaltung und selbstverständlich kein Korb).

    Obschon mein Kettenschutz längst perdü ist, trage ich keine Hosenbeinverenger mit Reflektorfunktion. Und siehe da: niemals hat sich meine Hose in der Kette verfangen, geschweige denn, dass ich einem „Artikelschreiber“ vor die Füße geplumpst bin.

    Danke übrigens für Deine Meinung! Meine Meinung in diesem zutiefst subjektiven Blog ist: Fahrradkörbe sind und bleiben uncool und hässlich! Weiterhin werde ich jeden unterwegs aufkommenden Abfall mit Wonne in den nächsten Fahrradkorb entsorgen. Da tut es mir schon fast leid, dass du nicht in Berlin wohnst.

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