Kundentrennholz

Leserin K. erwähnte in diesem Artikel in ihrem Blog eine Diskussion über die sinnvollste Reihenfolge der Waren auf dem Band an der Supermarkt-Kasse, weigerte sich jedoch die Diskussion um die richtige Bezeichnung des Warentrennstabes aufzunehmen. Ein Stöckchen, dem ich freudig hinterher hechle („schwanzwedelnd“ will ich hier nicht schreiben, kann mir die Erwähnung jedoch nicht verkneifen)!

Weil dieses Thema so völlig überflüssig ist, wird die Diskussion von der Intelligenzija gemieden. Ich bin jedoch anscheinend dumm genug, näher darauf einzugehen.  Ich habe mich schon immer gefragt, wie dieses Ding denn nun offiziell heisst und sah nun bei Wikipedia nach:

„Ein Warentrenner ist ein stabähnliches Gebilde von etwa 30 cm Länge, das in Supermärkten dazu benutzt wird, die auf dem Fließband des Warenzellenkassenstandes liegenden Einkäufe verschiedener Kunden voneinander zu trennen. Gebräuchlich sind Warentrenner von Gestalt eines geraden Prismas mit rechteckigen oder dreieckigen Grundflächen; auch Querschnitte von dreistrahlig sternförmiger Form sind verbreitet.“

Aha! Das bringt doch Licht ins Dunkel! Blöderweise legt Wikipedia in der Rubrik „Bezeichnung“ gleich eine ganze Salve an Alternativen nach:

Warentrennstab, Warentrennholz, Warenteiler, Warenseparator, Kassentrenner, Kundentrenner, Kundentrennstab, Kundentrennholz“

Licht aus! All das sind Bezeichnungen, die mir bereits in langen Minuten am Warenzellenkassenstand schon durch den Kopf gegangen sind. Danke für die Aufklärung und die Erwähnung des Wortes „Warenzellenkassenstand„. Das Wort meint „Kasse“ und so wird’s auch verwendet! Basta! Oder hat schon mal jemand die Lautsprecherdurchsage „Neunzehn! Bitte einmal zum Warenzellenkassenstand!“ gehört?!?

Die im Handel gebräuchliche Bezeichnung lautet „Separator“  Ich hingegen, entscheide mich hiermit in Zukunft die Bezeichnung „Kundentrennholz zu verwenden. Das erinnert mich an den mittlerweile geschlossenen Penny-Markt am Mariannenplatz. Ein unsäglicher Supermarkt in dem große Teile der Kundschaft und des Personals offenbar direkt aus dem Arsch der Hölle stammten. Eng, laut und pöbelig ging es da nicht nur an Samstagen zu. Mehrfach hatte ich den Wunsch da mal kräftig mit dem Kundentrennholz zwischen zu gehen. Meine Ex-Freundin bekam dort Hausverbot, weil sie sich weigerte dem Marktleiter den Karton für ihre Waren zum Aufwischen auszuhändigen. Fortan hatte ich das Vergnügen dort alleine einkaufen zu dürfen…

Ich frage mich nun, ob dieses Wirrwarr an Bezeichnungen regionale Gründe hat? Das Kerngehäuse eines Apfels heisst ja auch in jedem Kaff anders. Ich komme gebürtig aus dem Münsterland und meine ruhrpott/sauerlandstämmige Sippschaft nannte dieses Stück Kompost immer Kitsche. Da ich jedoch zwischen Osnabrück und der inzestuösen Region bekannt als Emsland aufwuchs, hiess das Ding dort Griepsch. Zwei Worte, die ich hässlich und voll-aus-dem-Dorf finde. Da Dörflichkeit schon immer eine Allergie in mir auslöste, weigere ich mich sie zu verwenden! Ich sage tatsächlich immer Kerngehäuse.

Eigentlich wollte ich noch meinen Senf zum Thema „Reihenfolge der Waren auf dem Band“ ablassen… Daher in aller Kürze: Man verwendet immer einen Einkaufswagen! Wer seine Brocken gleich an der Kasse in die Stofftasche (so heissen die heute,glaub ich…) zu stopfen versucht, gleichzeitig nach der EC-Karte fingert und während dessen die Geheimzahl in den aktiven Teil des Hirns schaufelt, hält den Laden auf!

Apropos: Kennen eigentlich schon alle die Website „People of Walmart„? Großartige Fotos!

(eine Ergänzung hierzu) (eine Reaktion hierauf) (People of Walmart) (Oel in die Flammen)

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    • K
    • 15. Dezember 2009

    Intelligenzija??
    Meinste damit mich?
    DANN bin ich beleidigt.
    Und trenne erst Recht meine Waren nicht mehr, nur wie angeregt Kunden. Da wäre ich bereit. Moses der Nettomärkte, schönes Bild.

  1. Natürlich würde ich Dich nicht beleidigen wollen! Wenn das den Anschein machte, bitte ich um Entschuldigung.
    Und eigentlich bin ich recht geduldig an der Kasse (meistens). Ein guter Ort für Sozialstudien ist das! Und anscheinend auch eine Quelle der Inspiration.
    Ich bin hier zwar von Discountern umringt, ein Netto ist allerdings nicht dabei. Ich bevorzuge es, den Arbeitsplatz von Frau Hass zu sichern.

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