Dislike-Button

Ich bin ja nun seit geraumer Zeit selber Patient des Sozial-Netzwerkes Facebook. Eine prima Angelegenheit! Meint man doch, mit alten Freunden und neuen Friends in regem persönlichen Kontakt zu stehen… Man zeigt sich gegenseitig Fotos und Videos, spielt einander Musik vor, gründet Interessen- und Fangruppen und verschafft sich allerlei Kurzweil.

Blöd ist nur, dass Facebook offenbar von Absolutisten beherrscht wird, die da zu schalten und walten scheinen, wie es ihnen beliebt. Sie behalten sich vor, die scheinbar privaten Inhalte zu allen möglichen Zwecken zu verwenden, sie ändern das Design, die Geschäftsbedingungen und weigern sich hartnäckig, den von ihrer Kundschaft schon lange geforderten „Dislike-Button“ zu installieren. Dass einem dort auch reichlich Werbung um die Ohren gehauen wird, halte ich persönlich ja für OK. Wie sonst soll das finanziert werden?

In den letzten Tagen hieß es wieder vermehrt „Gabriele Mustermann und fünf weitere Freunde sind der Gruppe ‚Facebook Will Add a Dislike Button! If We Add 5,000,000 Members in 30 Days!‘ beigetreten“. Feine Sache! Kann man sich doch per Knopfdruck engagiert geben. Ich denke jedoch, Facebook müsste einen mit dem Hammer haben, würden sie das wirklich tun. Zumal diese Gruppe nicht die Bohne offiziell ist und Members um sich scharen kann sovie sie will. Der Dislike-Button bleibt ein Fall für „Wünsch dir was“! Nun gut, ein Dislike-Button mag an einigen Stellen zur Diskussion anregen und damit Traffic generieren, an viel mehr Stellen jedoch, würde dieser Button auch eine Menge Unfrieden stiften. Wenn zum Beispiel Freund X seine neueste Minimal-Techno-Komposition zum Anhören bereitstellt, müsste ich eigentlich jedes Mal den Dislike-Button betätigen, da ich mit Techno nicht gerade viel anfangen kann. Würde Freund X mir dann im realen Leben immer noch so freundlich begegnen wie bisher? Würde er mir am Ende gar die virtuelle und reale Freundschaft kündigen?

Ich finde diesen Zwangs-Positivismus eigentlich sogar gut. Man muss einfach nicht immer hinauskrakeelen, dass einem etwas nicht gefällt. Man kann so etwas in höfliches Schweigen hüllen und öden Minimal-Techno einen guten Mann sein lassen. Ein Dislike-Button würde, in my humble opinion, nur zu faulem Genöle führen. Wenn mir der Track von X wirklich nicht gefällt, habe ich noch immer die Möglichkeit ihm via Kommentar dieses Missfallen mitzuteilen, oder höflich zu schweigen. Ich mag manchmal einen anderen Eindruck erwecken, aber ich muss nicht zu jedem Kram meinen Senf dazu geben, zumal ich von Minimal-Techno keine Ahnung habe. Eine kluge Frau sagte mal: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!“ Ich versuche weitgehend, mich daran zu halten.

Anderes Beispiel: Freund Y teilt mit, dass er krank ist und das Bett hüten muss. Wie einfach wäre es doch, eben den Dislike-Button zu betätigen und en passant etwas Instant-Mitgefühl zu versprühen? Will man das? Ich glaube, Freund X freut sich viel mehr über ein paar persönliche Worte und Genesungswünsche. Es kann doch niemand ernsthaft wünschen, dass unsere Sozialnetzwerkkommunikation sich irgendwann auf „I like“ und „I dislike“ beschränkt. Damit wären wir wieder ganz schön nah am Gegrunz grauer Vorzeit. Und das will doch keiner, oder?

Ein der wenigen Facebook-Gruppen, die ob ihrer Sinnfreiheit, meine vollste Unterstützung erfährt ist“Facebook will add any button when we get 1 billion users by tomorrow!!!

Please follow!

(Oel in die Flammen) (Facebook in reality)

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    • katja
    • 16. Dezember 2009

    meinungskonform

  1. 18. Dezember 2009

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