Zwanzigzehn – Es geht los

Jetzt ist das neue Jahrzehnt schon vier Tage alt. Zeit, dass ich mal wieder was für euch schreibe. Das letzte Jahrzehnt endete ohne Überraschungen, wofür ich mich sogar einigermaßen dankbar zeige. Die Weihnachtsfeierei in der westdeutschen Provinz verlief wie immer, recht exzessiv mit ein paar großartigen Parties. Freund Don hat noch immer keine neuen Wischblätter an seinem Wagen, aber ich gewöhne mich langsam an die heiligabendlichen Blindflüge. Die Party der KNKF war, wie gewohnt, eine der wüstesten des Jahres und der dicke Bernd hat sich seit Jahren mal wieder beim Herrenabend sehen lassen, was schon die größte Überraschung des Jahresendes darstellt. Er hat zwar, laut Don, „teilgenommen wie ein Reha-Patient“, aber, hey, er war da! Weshalb wir auch von der Gründung der Facebook-Gruppe „Vergesst Bernd“ vorerst Abstand nehmen werden.

Überraschend gut funktionierte die Heizung in Wagen 11 des ICE Heinrich Himmler (oder wie auch immer der heisst..) von Amsterdam nach Berlin. Dreieinhalb Stunden mussten wir schwitzend in irrsinnig miefiger Hitze zubringen, bis wir gnädig in die Kälte des berliner Ostbahnhofes entlassen wurden. Das war jedoch noch immer ein Witz, verglichen mit der Hitze auf der eben erwähnten KNKF-Party, wo bei ca. 45° Raumtemperatur die Tanzmeute beim Set der 2 Many Displays vs. Ponyschlachterei tatsächlich mit Minrealwasser geduscht werden musste. Im Dezember!!! Ich frage mich noch heute, wie die In-Crowd im Backstagebereich, der nur durch einen Vorhang von den Tropen abgeteilt war, in jener Nacht die Atmung regelte, ohne mit kollabierenden Kreisläufen zu reagieren.

Die Nullerjahre (an den Begriff hab ich mich erst gestern gewöhnt) sind nun also vorbei und wichen Zwanzigzehn, was sich schon deutlich cooler anhört. Wir können weiterhin ob  einer schwarzgelben Pfeifen-Regierung die Köpfe schütteln, was wir natürlich auch bei jeder anderen Regierung tun würden, und freuen uns derbe aufs Nacktscannen. Vermutlich das wirksamste Mittel gegen die grassiernde Verfettung der Insassen von Industriestaaten. Wir werden weiterhin Angst vor ein paar religiösen Spinnern eingebläut bekommen und werden weiterhin Stücke unserer Freiheit für eine Sicherheit opfern müssen, die eh keiner gewährleisten kann.

Und natürlich werden wir uns weiterhin empören: Natürlich über Nazis! Alterskonservative dürfen an dieser Stelle auch linke Gewalt einfügen. Linke Gewalt ist wenn man Steine in eine Nazi-Demo wirft, die „Deutschland den Deutschen“ brüllt und dabei von der Polizei geschützt wird. In einem schäubleesken Universum hat das die gleiche Qualität als würde man Asylantenkinder aus dem fahrenden Zug werfen. Wir werden uns auch in diesem Jahrzehnt über das Wahlverhalten der Italiener echauffieren, während wir von einer Learning-by-doing-Kanzlerin und Guido Westerwelle regiert werden. Und bestimmt kommt auch demnächst noch, trotz Kopenhagen, ein Tsunami, der uns sicherlich sehr ärgern wird: „Unter den Opfern befinden sich auch zwölf Deutsche“.

Doch trotz all der Ärgernisse (Analog-Käse muss hier genannt werden!) und den zwangsläufig darauf folgenden Empörungen, dürfen wir uns auch bestimmt mal wieder die eine oder andere Vision gönnen. Doch wie sagte Chef-Raucher Helmut Schmidt dereinst: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen!“ Womit er einfach mal Recht hat, wie folgende Vision des Horst Seehofer deutlich beweist:

Trotz allem wünsche ich der Leserschaft das erdenklich Beste für das Kommende Jahr und verspreche, weiterhin mit Single-Sonntagen und anderen Ergüssen durch das Jahr zu geleiten. Bleibt stark!

(Seehofers Vision) (Oel in die Flammen)

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