Donnerstag – Burlesque

Eine Freundin, B., hatte mich via Sozial-Netzwerk zu einer Vernissage mit Burlesque-Show nach Mitte in die Torstraße geladen. Um zwanzig nach acht traf ich bei ihrer Wohnung ein um sie dort abzuholen. Sie saß dor noch mit Freund F. und beide bereiteten sich beim Whisky akribisch auf die Berlinale vor. Ich gesellte mich dazu und trank beim Smalltalk ebenfalls vom leckeren Whisky.

Ich hab’s nicht so mit der Berlinale. Es ist schon eine feine Sache, ein kulturelles Großereignis und einen Haufen Stars in den Stadt zu wissen, aber Schlangestehen für ein paar Tickets? Filme Vormittags um zwölf kucken? Nö. Ich nicht.

B. lebt vom Film. Hinter der Kamera. F. teilte mir an dem Abend mit, dass er die Idee Schauspieler werden zu wollen, an den Nagel gehängt hätte. Bei den beiden find ich’s ja normal, dass sie zur Berlinale wollen. Ich hingegen, begnüge mich mit Berichterstattung, Klatsch und Skandälchen.

Nach einer Stunde am Getränk machten wir uns auf zur nahen Torstraße. Ich muss gestehen, Mitte ist nicht so mein Ding. Alleine würde ich da niemals ausgehen. Doch mit der Verstärkung zweier Freunde, traute ich mich in die Mitte der Extrem-Hipster. Hip war es dann auch. Für die paar ausgestellten Kunstwerke interessierte sich, ausser mir, niemand. Mir gefielen sie auch nicht wirklich, daher hab ich mir den Namen des Künstlers gar nicht erst gemerkt. Aber alle begrüssten einander überschwänglich in allerlei Zungen, fotografierten einander und waren sehr schick.

Wir wollten die Burlesque-Show sehen. Um Burlesque kommt ja im Moment überhaupt nicht drum herum. Eine liebe Freundin bekam kürzlich sogar Besuch aus dem fernen Westen. Drei Freundinnen wollten sich in Sachen Pole-Dancing im Burlesque-Style mittels eines Workshops schlau machen und hatten, wie ich hörte, eine ganze Kollektion Dessous angeschleppt, die sich sich gegenseitig kichernd vorführten.

Netterweise ging die Show mit Tallulah Freeway beim zweiten Getränk schon los und war nach fünf Minuten auch schon wieder vorbei. Mehr gab’s dann auch nicht mehr.

Tallulah Freeway soll ja, Gerüchten zufolge, eine Muse von Quentin Tarantino sein. Ein Erfolg, der ihr wohl leicht zu Kopfe gestiegen war. Das bekam dann auch Freundin B. zu spüren, als Frau Freeway auf ein zuvor schon kommuniziertes Filmprojekt ansprach.

Sei’s drum. Der Mitte-Hipness-Schmerz war kurz. Freund F. telefonierte noch zwei seiner Freunde ran und wir trafen uns in einer netten Russen-Bar zur Vodka-Sause an Bar und Flipper.
Manchmal ist es in Mitte gar nicht so schlimm, wie ich mir immer einrede…

(Burlesque direkt) (noch mehr burlesque)

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