TiltShift in Film und Foto

TiltShift-Fotographie ist ja sowas von angesagt! Wer sich kein teures Tilt und Shift-Objektiv für seine Kamera leisten kann, der nimmt einfach diesen TiltShift-Generator, oder er fummelt mit diesen Tricks in Photoshop herum. Aber was ist eigentlich TiltShift-Fotografie? Hier mein Versuch einer Erklärung: Man setzt in einem Foto, welches viel Kleinkram enthält, Schärfe und Unschärfe in eine dermaßen krasse Relation, dass daraus (wundersamerweise) der Eindruck entsteht, man hätte ein Oldtimer-Treffen nicht real fotografiert, sondern ein Miniatur-Modell eines Oldtimer-Treffens.

Noch mehr dieser beeindruckenden Fotos gibt es übrigens hier auf Geekiz.

Toll sieht’s auch aus, wenn man den TiltShift-Effekt im Film einsetzt. Sam O’Hare hat für den folgenden Kurzfilm über New York wahnsinnige 35.000 Fotos gemacht, sie nachträglich bearbeitet und dieses hübsche Filmchen namens The Sandpit daraus gemacht.

Hätte ich mir nicht fest vorgenommen, an diesem sonnigen Tag malend im Keller zu sitzen, ich würde meine Kamera schnappen und hinaus ziehen, ins sonnige Berlin, um ein paar TiltShift-taugliche Bilder zu machen. Nun ja… Malerei ist für heute angesagt und wird durchgezogen. Basta!

(via Diskursdisko, DYT) (Sandpit auf Vimeo)

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    • leon
    • 8. April 2010

    hallo lieber blogmann.
    leider viel zu selten verbringe ich meine zeit vertieft in deine artikel. heute ist ein gar zu langweiliger arbeitstag und da ich heute die ehre habe, bedeutende haarwerbung digital zu sichern und für die postproduktion vorzubereiten, habe ich nun einfach die wartezeiten mit durchstöbern deiner werke der letzten wochen verbracht, da ich doch arg viel zu wenig zeit hatte. anscheinend.
    nun muß ich aber doch etwas senf loswerden und deine erläuterung zum thema shift/tilt korrigieren, bzw. vervollständigen. so bedeutet shift/tilt nicht, daß man mit einem möglichst geringen schärfenbereich arbeitet (das kann man auch durch größeres negativ/chip) und lichtstärkerer linsen erreichen. zumindest annähernd. shift/tilt ist letztendlich ein uralter trick, der aus der zeit der plattenkameras stammt, als die objektive noch in balgen vor die kamera gespannt wurden. diese balgen wurden dann zwecks fokussierung aus-, bzw. eingefahren.
    irgendwann begann man, diese balgen auch leicht zu krümmen, also nach oben oder unten zu schwenken (tilt), oder eben nach rechts und links zu krümmen (tilt). ursprünglich war das ein bewertes mittel, um bei architekturfotografie die stürzenden linien wieder gerade zu schieben, wenn man von unten versuchte, ein haus symetrisch abzulichten. so kann die sich frontlinse manchmal bis zu 45° grad und mehr von der zu belichtenden oberfläche ‚abwinkelt‘ und trotzdem entsteht ein ‚gerades‘ bild.
    bei diesen spielereien wird aber eben auch die schärfe derart verschoben, daß der für shift/tilt typische minimalschärfenbereich entsteht.
    so wie flanellhemden und leggins, ist auch das gute alte balgensystem zwischenzeitlich wieder zur modeerscheinung aufgestiegen.
    ja, das wollte ich doch nur mal kurz los werden. ansonsten weiter machen. schön isses hier.

    • daniel
    • 10. September 2011

    leon, leider ist auch deine erklärung falsch.
    stürzende linien werden nicht durch abwinkeln des objektivs korrigiert,
    sondern durch paralleles verschieben.
    durch das abwinkeln wird ausschließlich die schärfeebene verändert,
    die im normalzustand parallel zur bildebene steht,
    so wurde und wird auch heute die schärfeebene auf flächen gelegt, die sonst selbst bei kleinsten blenden nicht von vorne bis hinten scharf wären.

  1. 26. Februar 2010

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