Auf der Wiener Strasse

Ganz herrlich! Nach einem wirklich anstrengend-produktiven Wochenende mit Blog-Kumpanella KK, sitze ich nun in frühlingshafter Luft und Laune, auf der Wiener Strasse vor dem Tiki Heart, geniesse Wetter, Zigaretten, Kaffee, WLAN und den beispiellos freundlichen herzlichen Service von Top-Thekenmann Michel.
Hier zu sitzen, ist eine der besten Beschäftigungen, die man in Berlin so verrichten kann. Hinter mir tönen Rock’n’Roll, Country und Rocksteady in angenehmer Lautstärke aus kleinen Boxen, vor mir tummelt sich Kreuzberg. Die ersten PstPst-Dealer trotten zum Görlitzer Park, die Kreuzberger Feuerwehr fährt unermüdlich Einsätze, einige Alkis schlurfen mit Bierflaschen vorbei und alles ist bunt und schön!

Gerade wird mir wieder einmal mehr als bewusst, weshalb ich so gerne in Berlin lebe, weshalb ich es liebe, hier zu leben. Den ganzen Tag paradieren hier die angenehmen Spinner, faule Studenten, Migrationshintergründe und die emsig Beschäftigten einher, dass es eine Wonne ist!

Besonders schön wird es hier am Abend, wenn, nebenan, im Wild at Heart, wieder irgend eine Rockband aufspielt, und die bunten Fans den Bürgersteig bevölkern. Auch die anderen rockigen Bars, von denen es hier erfreulich viele gibt, füllen sich mit Stammgästen, Laufkunden und Touristen. Alles mischt sich fröhlich am Getränk. Dünne Typen in schwarz, mit großen Sonnbrillen, sehen aus, wie der junge Lou Reed, zwei Mods präsentieren stolz ihre 60s-Vespas und ihre Ben Sherman-Jacken, Volker vom Wild at Heart bugsiert seinen 70er-Chopper vor die Bar, parkt ihn neben zwei dicken Harleys und tätowierte Mädchen mit Pony-Frisuren präsentieren stolz ihren Rock’n’Roll-Chic. Ein Motz-Verkäufer bringt sein Blatt unter die Leute und bittet um Spenden, die Rockabillys haben die Haare schön, ein paar studentische Rastas mampfen Veggie-Buger im Vegetarier-Imbiss und ein Junkie schleppt sich in sein persönliches Nichts.

Ich könnte hier von Morgens bis Morgens sitzen, was am Wochenende durchaus möglich ist. Erst vorletztes Wochenende stolperten Freund Jan und ich gegen zehn Uhr am Morgen aus dem Wild at Heart, sahen dass Michel bereits das Tiki Heart öffnete, fielen dort in die Gartenmöbel und nahmen sonnenbebrillt ein Eierlikör-Frühstück zu uns. Dafür kuckte einen hier niemand blöd an. Samstagmorgens gibt es öfter mal um diese Jahreszeit eigentlich immer ein drolliges Gemisch aus neidisch bis genervt blickenden Werktätigen und den lebenden Resten der Nacht.

Hier bin ich Mensch. Hier will ich sein!

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