Griechenland, oh Griechenland

Über Griechenland und seinen Bewohner, den Griechen, hören wir ja in letzter Zeit ermüdend viel. Nun las ich gerade auf SpOn einen Artikel darüber, dass der Grieche, trotz enormer Verschuldung, seine Armee fröhlich weiter aufrüstet. Da werden munter Leopard-Panzer und U-Boote aus Deutschland bestellt, während auf anderer Seite Lohnkürzungen bis 40% fürs gemeine Fußvolk nicht gerade die Seltenheit darstellen. Als Insasse Deutschlands müsste ich eigentlich schön die Klappe halten. Sind es doch gerade die Rüstungsexporte, die Deutschland zu der führenden Nation in der EU machen. Kann ich aber nicht! „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“, ist ein Demo-Slogan, der mir seines schulhofigen Reimes wegen, die Gänsehaut nicht nur in den Nacken treibt. Doch leider ist er wahr.

Ich frage mich nur, wieso das Geschrei um des Griechen Verschuldung erst jetzt einsetzt. Seit Einführung der Gemeinschaftswährung Euro wird in dem freundlichen Geburtsland der Demokratie doch geschummelt und betuppt, dass sich die Säulen biegen. Der die Euro-Zone untermauernde Stabilitätspakt wurde in Griechenland doch nur durch Rechentricks und offenkundige Mauschelei eingehalten. Jahrelang hat die Euro-Zone doch munter zugesehen, wie das Kind Griechenland in den Brunnen fällt. Wer war denn da so blöde, auf ein Wunder zu hoffen? Hat da ernsthaft jemand erwartet, dass Herr Poseidon aus dem Brunnen auftaucht und das Kind zurück in die schwarzen Zahlen hebt?

In den Achtzigerjahren waren es die griechischen Reedereien. Hatten die erst einmal ein Schiff in ihre Pfoten bekommen, konnte man relativ sicher sein, dass der Kahn innerhalb der nächsten drei Jahre auf dem Grund eines beliebigen Ozeans liegt. Wieso sollte das mit der Staatführung anders funktionieren?
Über 20 Milliarden wird Deutschland nun zahlen um den sinkenden Kahn Griechenland zu retten. Und warum? Na, wer will schon auf die, vermutlich höheren, Milliardenumsätze verzichten, die der Grieche in die deutsche Rüstungsindustrie schaufelt?!? Ist doch auch eine tolle, wirtschaftsliberale Rechnung: Der blöde Steuerzahler blecht die 20 Milliarden, die dann, via Panzer und U-Boot, zurück in die deutsche Waffenwirtschaft fließen!

Ich könnte kotzen und gebe das Wort ab an Herrn Wischmeyer:

(Direktlink)

Zusatz: Meint jetzt aber bitte nicht, dass ich was gegen den Griechen hätte. In kaum einem Land bin ich freundlicher aufgenommen und für drei Wochen in die Dorfgemeinschaft integriert worden, als auf der wunderschön kargen Vulkaninsel Nisyros. Eigentlich ein Eiland für den Tagestourismus. Wer da länger verweilt, gehört nach einer Woche quasi zum Dorf und darf somit hemmungslos zum Ouzo zechen und Zatsiki… äh… Sirtaki tanzen gezwungen werden. Da kennen die nix. Ich bin da glatt ein zweites Mal hin gefahren.

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