Schleichwerbung in deutschen Blogs

Igitt! Einige, der ach so, freien Blogger der Republik sind beim Schleichwerben erwischt worden! Ich sage es gleich zu Anfang: Ich bin‘s nicht! meine Bude hier ist, nach wie vor, viel zu klein, als dass sich irgend ein Affiliate-Hampel für diese, meine Seiten interessieren würde. Nun sollen die erwischten Schlingel jedoch keine Flackerwerbung, oder Affiliate-Links geschaltet haben, nö, sie sollen gleich komplette Beiträge verhökert haben und den darin zu verkaufenden Schleich gegen Bares über den grünen Klee gelobt haben, ohne darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem kompletten Beitrag um Werbung handelt.

 

Netbook-Spezialist Sascha Pallenberg hat Material zugespielt bekommen, welches Verträge von über hundert Blogs enthalten soll, die ihre Ärsche für 25 – 100 Euro pro Beitrag, verhökert haben sollen. Das Zeug ist bisher noch nicht veröffentlicht, er kündigte jedoch einen „Tsunami“ an, der über die deutsche Blogosphäre rollen soll.  Dazu gab er ein Interview auf Netzpolitik.org.

Das ist natürlich, der Leserschaft gegenüber, alles andere als fair. Der Leser glaubt sich in einem unabhängigen Blog, in dem ungeschönt die Meinung des Bloggers kundgetan wird. Da darf man sich sehr wohl verarscht fühlen, wenn für den lobenden Beitrag hinten rum Geld geflossen ist. Einige Blogger zogen bereits jetzt die Schwänze ein und machten ihre Blogs gleich ganz zu.

Tja… was machen, wenn man angetreten ist, seine Meinung unverblümt zu verbreiten, wirklich interessante Dinge aus dem Netz zu filtern, sich ganz und gar unabhängig zu geben und plötzlich stellt sich der Erfolg ein? Klar, man kann Werbung und Partnerlinks schalten und diese als solche kenntlich machen. Was aber machen, wenn man die Möglichkeit angeboten bekommt, hinten rum, kalmmheimlich seinen Arsch zu verkaufen, und so die Umsätze des Blogs im Stillen zu verdoppeln? Angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage für „den kleinen Mann“, kann man da leicht schwach werden, fürchte ich. Mich wundert eh, dass nur von hundert Blogs die Rede ist. Aus meiner Kleinstblogger-Position heraus, fällt es mir nicht sonderlich schwer, Werbung und Schleichwerbung zu verweigern. Bei mir käme eh keiner an, um nach meiner Käuflichkeit zu fragen. Aber, mal ehrlich, ich weiss nicht wirklich, was ich tun würde, wenn doch…

Dass sich immer mehr Blogs von Werbung abhängig machen, sieht man als Benutzer eines Feedreaders sehr genau. Diejenigen, die auf Werbung, also Klicks auf selbige, abhängig sind, lassen die Nutzer von Feedreadern nur noch selten den Kompletten Beitrag sehen. Man bekommt immer nur einen Schnipsel (Snip) vorgeworfen. Macht dieser Schnipsel neugierig, ist man zum Klicken gezwungen. Darauf öffnet sich dann ein neuer Tab im Browser, und man bekommt den kompletten Beitrag, inklusive eventuell vorhandener Bilder, Videos ect. zu sehen. Und natürlich auch die Werbung! Das geht mir auf den Saque!

Erinnert sich den keine Sau mehr, warum man überhaupt diese Bloggerei angefangen hat? Klar, es gibt Blogs, denen sieht man gleich zu Anfang ihren kommerziellen Charakter an, die fasse ich allerdings höchstens zufällig an. Die meisten Blogger jedoch hatten ursprünglich deutlich ehrbarere Gründe, ihren Kram zu starten. Und nun, kaum dass sie mal in etablierten Medien erwähnt oder zitiert werden, zwingen sie ihren Lesern ihren Werbemüll auf! Einsneunundneunzig monatlich für Hosting-Gebühren wollen schliesslich refinanziert werden.

Aufgrund der verschwindend geringen Größe meines Blogs, bin ich in der erfreulichen Situation viele meiner kleinenfeinen Leserschaft tatsächlich persönlich zu kennen und auch im realen Leben zu treffen. Den Großteil der Feedbacks auf dieses Blogs erhalte ich tastächlich an der Theke oder am Telefon. Ich weiss das sehr zu schätzen! Kaum einer meiner kleinenfeinen Leserschaft verwendet einen Feedreader (oder eine gleichartige Funktion ihres Mailprogrammes), kann man da nicht den paar Lesern, die einen Reader verwenden, nicht, quasi als Belohnung, den kompletten Beitrag im Reader gönnen???

Echtmaey!

 

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