Die ultimative DJ-Schule 1969

Ich lege jetzt seit über 21 Jahren Platten und mittlerwile auch MP3s auf. „Keine Kunst!“ höre ich da den einen oder anderen Zwischenruf. „Au contraire, mon ami!“ rufe ich zurück. DJing ist sehr wohl eine Kunst, auch wenn so mancher meint, er könne auch gute Musik spielen und eine Party gut unterhalten. Nunja… ich musste da schon so manches erlebentragen.
Besonders großartig war mal ein selbst ernannter DJ, der, in den 90ern, in einem Club seine akribisch erarbeitete   Reihenfolge strengstens einhielt, egal, ob die Tanzfläche gähnend leer war, oder gerade vollgekotzt wurde. Heute kenne ich so manchen DJ, der seinen Laptop aufklappt und mit dem Windows Mediaplayer eine Playlist laufen lässt. Gestern Abend hat auf einem dieser offenen TV-Kanäle ein Hampel, mittels teuerster Digitaltechnik, einen kruden Mix aus Techno, HipHop, Glitch und Dub ohne einen einzigen Versuch eines Übergangs herunter geeiert, dass mir schwindelig wurde. Wer hat den Tüpen vor die Kamera gezerrt??? Es ist zum Haare raufen!

Dass der DJ-Schulenabsolvent im Video, ab Minute 3:30 von einer Beatnummer auf einen Walzer wechselt, treibt mir allerdings auch die Tränen in die Augen.

Musik aufzulegen bedeutet in erster Linie den schmalen Grat zwischen dem, was das Publikum hören will (ich meine bestimmt nicht den Deppen, der kürzlich in Bremen ständig ankam und während eines Techno-Sets permanent mit Rock-Wünschen nervte!) und dem eigenen Dickschädel ohne größere Fehltritte zu gehen. Wer hinter’m Pult sich selbst und seinen „ultimativen Geschmack“ feiert, gehört mit einem Walkman Samstagsnacht auf die Linie 1 Richtung Warschauer Straße verbannt!

Ich bin gerade, was DJing angeht, etwas schmollig drauf und überlege mal wieder ernsthaft, angesichts hofierter und/oder gut bezahlter Stümper an den Reglern, die Scheisse einfach sein zu lassen, die Digitaltechnik und meinen Mixer überteuert an eine der Pfeifen zu verkaufen und meine Musik alleine zu Hause zu hören. ich hab das schonmal gemacht, eine Platte, einen Hammer und einen Nagel genommen und das Scheissding an die Wand genagelt. nach ein paar Monaten kamen sie dann wieder an, diese Veranstalter und Barbesitzer…

(via Blogrebellen, Youtubedirektlink)

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